Alles in Butter?

Vorwort | CHRISTIAN FELBER | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

KOMMENTAR Nach zehn Jahren EU-Mitgliedschaft sollte nicht blind gejubelt, sondern kritisch Bilanz gezogen werden. 

Seien wir uns ehrlich: Gerade sich als progressiv verstehende Zeitgenossen begrüßten den EU-Beitritt, damit der stickige österreichische Kleingeist ausgelüftet und alltagsfaschistische, bubenkatholische und wirtshaussexistische Unterströmungen in einer liberaleren Atmosphäre verdünnt würden. Es wurde zwar auch gewarnt vor dem Europa der Konzerne, aber die Vision einer echten Staatengemeinschaft und die implizite Gründungsabsicht, der Friede zwischen den historischen Streithanseln Deutschland und Frankreich, haben uns bestochen und über die Gefahr einer zur Zentrifuge anwachsenden Freihandelszone hinwegsehen lassen.

Zehn Jahre nach dem Beitritt darf kritisch Bilanz gezogen werden. Beginnen wir beim Broterwerb: Die Zahl der Arbeitslosen ist auf dem höchsten Niveau seit 1945, die Jugendarbeitslosigkeit schnellte allein seit 2000 um 84 Prozent in die Höhe. Die Beschäftigungsverhältnisse


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