STANDPUNKT

Große Söhne

Politik | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

Beim Festakt zur Eröffnung des Gedenkjahres 2005 sprachen: der Bundespräsident Heinz Fischer, der Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, sein Vize Hubert Gorbach, die Präsidenten der beiden Parlamentskammern, Andreas Khol und Georg Pehm, die Klubobmänner Wilhelm Molterer, Alfred Gusenbauer, Herbert Scheibner und Alexander Van der Bellen. Fällt Ihnen etwas auf? Heimat, bist du großer Söhne! Es war natürlich nicht Absicht, dass keine Frau zu Wort kam, die Herren waren ja nicht wegen ihres Geschlechts, sondern dank ihrer Ämter eingeladen. Die Veranstaltung führte aber anschaulich vor, dass die Macht der Frauen hierzulande noch nicht annähernd so groß ist, wie uns zahlreiche Medienberichte gegen Ende des Vorjahres weismachen wollten. Mit der Angelobung der neuen Innenministerin Liese Prokop war die Sensation perfekt: "Schon sechs Frauen in der Regierung!", titelte etwa die Kronen Zeitung. Nach der Gedenkfeier vergangene Woche schrieb aber komischerweise niemand: Schon alle höchsten Ämter der Republik in Männerhand! Man darf gespannt sein, wie das Jahr 2005 weitergeht: Wird Österreich heuer auch seiner großen Töchter gedenken? Und, falls nicht: Wird das irgendwen genauso aufregen, wie schon im Vorfeld viele besorgt waren, dass die Verdienste des linken Lagers ja nicht unter den Tisch fallen? E. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige