"Finger schmutzig machen"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

INTERVIEW Der Menschenrechtstheoretiker Michael Ignatieff erklärt, warum er den Irakkrieg für richtig hält, und plädiert für klare Kriterien, um in einer komplizierten Welt zwischen "größeren und kleineren Übeln" wählen zu können. 

Der Kanadier Michael Ignatieff, 57, ist einer der profiliertesten linksliberalen Denker Nordamerikas. Der Direktor des "Carr Center of Human Rights Policy" an der "Kennedy School of Gouvernment" in Havard hat sich auch als Romancier und Autor von Reportagen aus Krisen- und Kriegszonen einen Namen gemacht. Im Frühjahr erscheint sein Buch "Das kleinere Übel. Politische Moral im Zeitalter des Terrorismus" auf Deutsch. Seine zentralen Thesen hat er diese Woche auf Einladung des Karl-Renner-Institutes in Wien vorgestellt.

Falter: Sie waren in den Neunzigerjahren einer der stärksten Befürworter humanitärer Interventionen, der "liberal wars" in Bosnien, Osttimor und im Kosovo. Heutzutage erinnert man sich mit Wehmut an die Zeiten, in denen man sicher


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