PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

Gut waren die anderen auch nicht. Deutsche Fernsehstationen schafften es nicht, den Modezaren korrekt zu deklinieren ("das Haus des Modezars"), deutsche Zeitungen recherchierten "ganz unten im Milieu der Homosexuellen". Am schlimmsten trieb es aber natürlich Bild. "Kann Daisy den Mörder überführen?", fragten die Hamburger nach dem Mord an dem Münchner Original Rudolph Moshammer. Nachdem dann doch die Polizei den Job erledigt hatte, titelte Bild: "Der perverse Mosi-Mörder". Und im Blattinneren, über einem Foto von Moshammers Wohnzimmer, in fetten Lettern: "Auf diesem Sofa hat er mit seinem Mörder masturbiert." "Sein bizarres Leben zwischen Glanz und Sünd" wurde genauso ungeniert analysiert wie die Beziehungsunfähigkeit von Freiern am Schwulenstrich. Mitleid hatte die Zeitung nur für den Yorkshire-Terrier übrig: "Liebe Daisy Moshammer", schrieb Kolumnist Franz Josef Wagner. "Dein Herrchen liebte dich, aber er liebte auch rostige Lippen und harte Männerkörper. Nachts war er ein Lumpensammler der Liebe."


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