RESONANZEN 2005

Metropolen ohne Wien

Kultur | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

Für Resonanzen-Chef Christian Lackner war Wien "spätestens seit dem späten 17. Jahrhundert sehr wohl eine musikalische Metropole". Auf den Spielplan seines Festivals aber hat er kein Konzert gesetzt, das diesen Status dokumentieren würde. Stattdessen werden unter dem Titel "Metropolen" zehn andere Städte vorgestellt, deren Musikleben einst berühmt war. "Die Nabelschau wollte ich heuer auslassen", sagt Lackner. "Davon werden wir in diesem Gedenkjahr eh genug haben."

  Eröffnet werden die Resonanzen also mit einem Blick des Concerto Italiano aufs barocke Rom, wo Alessandro Scarlatti 1717 sein Oratorium "La Vergine di Dolori" schrieb (22.1.). Auch in Neapel war Scarlatti tätig, Lawrence Zazzo (Countertenor) und Claron McFadden (Sopran) stellen am 23.1. einige seiner dort entstandenen Kantaten vor. Das Mittelalter-Ensemble Mala Punica widmet sich der Musik von Johannes Ciconia, der von Padua aus zu einiger Berühmtheit gelangte (24.1.), und Lautenstar Hopkinson Smith porträtiert mit Musik von John Dowland das musikalische London um 1600.

  Die frankoflämische Vokalpolyphonie ist Schwerpunkt des zwölfköpfigen Ensembles Oltremontano (26.1.). Die Gambistin Friederike Heumann zeigt, was Johann Sebastian Bach an Lübeck faszinierte (27.1.). Orphénica Lyra präsentieren Tänze und Lieder aus Madrid (28.1.) und das Ensemble Florilegium stellt in einer Matinee die Musik der jesuitischen Missionare im Bolivien des 17. und 18. Jahrhunderts vor.

  Der Rest ist, wie jedes Jahr, Jordi Savall. Der dienstälteste Star und Dauergast der Resonanzen führt mit seinem Concert des Nations sowohl zu Jean-Baptiste Lully nach Paris (29.1.) als auch zu Antonio Vivaldi nach Venedig (30.1.) - und feiert in einem nächtlichen Konzert auch noch den dreißigsten Geburtstag seines Ensembles Hespèrion XXI samt Reunion mit Gründungsmitglied Hopkinson Smith (26.1.).

Von 22. bis 30.1. im Konzerthaus.

Karten: www.konzerthaus.at oder Tel. 24!20!02.


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