NÜCHTERN BETRACHTET

Europas Epizentrum der Silvestersause

Kultur | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

Silvester ist schwieriger als die meisten Feste im Jahr. Fronleichnam, Maria Empfängnis oder den Reformationstag bringt man ja bald einmal einigermaßen würdig hinter sich, aber Silvester ... Silvester ist eines der geselligsten Feste die wir haben - man muss also nicht nur rechtzeitig einen Ochsenschlepp einkaufen oder einen Tisch reservieren, sondern sich auch um Gesellschaft kümmern. Das löst einen sozialen Schneeballeffekt aus, und junge, unerfahrene Menschen, die eventuell auf die Idee verfallen, Bekannte dazu zu ermuntern, nach Mitternacht noch bei ihnen vorbeizuschauen, haben dann um halb drei in der Früh drei Dutzend gut abgefüllter Lustikusse, acht Teller und einen Topf Gulaschsuppe in ihrer 64-Quadratmeter-Wohnung versammelt. Gesetztere Menschen machen um Mitternacht eine Piccolo auf und gehen schlafen, müssen hernach aber die Und-wie-habt-ihr-Silvester-verbracht?-Inquisition ertragen und mit ihrem Altsacködbären-Image leben. Aus all diesen Gründen hatte ich mich heuer


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