Puff electronique

THOMAS PRLIC | Stadtleben | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

NACHTLEBEN Im Cabaret Renz wird wieder gefeiert. Ein junges Veranstalterteam hat aus dem legendären Varieté eine Partylocation gemacht. 

Im Renz gibt's immer noch jede Menge Nackerte. Mal räkelt sich eine im Sessel, mal streicht sich eine zärtlich mit dem Finger über die Schulter, mal posiert eine Noch-nicht-ganz-Nackte in Vorder- und Rückansicht beim Ausziehen. Allerdings sind die Damen nicht mehr ganz so lebendig wie früher, statt aus Fleisch und Blut gibt es sie nur noch aus Papier und Karton. In fast jedem Raum des ehemals berühmt-berüchtigten Varietés in der Leopoldstädter Zirkusgasse hängen noch lebensgroße Bilder und Fotos von sehr spärlich angezogenen Damen an den Wänden.

  Akrobatiknummern oder Striptease gibt's heute ebenfalls keine mehr im Renz, auch wenn die halb verblichene Schrift auf einem Schaufenster das immer noch verspricht. Statt der Stripperinnen und Gesellschaftsdamen tanzt mittlerweile das Publikum im früheren Cabaret, das in den Sechziger- und Siebzigerjahren

  800 Wörter       4 Minuten
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