Anarcho-Ausverkauf

Stadtleben | NINA HORACZEK | aus FALTER 03/05 vom 19.01.2005

BÜCHER Die Anarchistische Buchhandlung sperrt zu und verkauft ihr Sortiment zum Sonderpreis.

Arbeit schändet" steht in fetten Lettern auf der dreckigen Scheibe am Eingang des kleinen Gassenlokals im neunten Bezirk. Davon werden Wiens Anarchisten in nächster Zeit ohnehin um einiges weniger haben. Die - allesamt ehrenamtlichen - Mitarbeiter der Anarchistischen Buchhandlung geben auf und lassen nach rund einem Vierteljahrhundert den Rollbalken unten. "Das Interesse an solchen Büchern hat in letzter Zeit abgenommen", sagt einer der Betreiber, der sich Jack nennt, "dadurch geht es sich weder personell noch ökonomisch aus, das Geschäft weiterzubetreiben." Lediglich der Verlag Monte Verita, benannt nach dem Jahrhundertwende-Anarchistentreff im Schweizer Nobelort Ascona, soll bleiben. In der Buchhandlung wird hingegen bis 28. Februar alles zu Dumpingpreisen verschleudert, die Preise der meisten Bücher sind um 50 bis 80 Prozent heruntergesetzt. Ausgenommen sind ausgewählte Verlage wie etwa


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