Verdursten in Österreich

Vorwort | GÜNTHER WAWROWSKY | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

KOMMENTAR Die unselige Chefarztpflicht - ein neuerlicher Schlag gegen das Sozialsystem. 

Karim F. ist ein junger Mann und lebt in Wien. Seine Eltern sind nicht in Österreich geboren, er schon, allerdings schwer behindert. Dennoch kann er bei seiner Familie leben, die ihn pflegt. Die Fürsorge seiner Nächsten hilft ihm auf seinem schweren Weg. Leider verschlimmert sich seine Krankheit. Er kann nicht mehr schlucken. Die lebensnotwendige Flüssigkeit, die Nährstoffe und die Medikamente konnten ihm aber über eine Magensonde zugeführt werden. Zumindest war das bis zum 31. Dezember so.

  Doch seit Jahresbeginn gilt die Neuregelung der so genannten Chefarztpflicht. Demnach müssen die Krankenkassen-Chefärzte wie bisher eine Genehmigung erteilen, wenn Ärzte ihren Patienten bestimmte teure Medikamente verschreiben wollen. Was sich geändert hat: Künftig müssen die Ärzte in den Praxen und nicht die Patienten diese Zustimmung einholen. Diese Neuerung brachte nicht nur ein Chaos, sondern


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige