STADTRÄTIN SONJA WEHSELY

"Keinen Millimeter nachgeben!"

Politik | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

Falter: Vor einem Jahr wurde Ihr Gesellenstück, das neue Wiener Prostitutionsrecht, im Landtag beschlossen. Was hat es gebracht?

Sonja Wehsely: Die Lage der Prostituierten hat sich verbessert, da Strafen für sie auf ein Drittel hinuntergesetzt wurden. Die Bestimmung, mit der sich Anrainerinnen gegen Freier, die sie anquatschen, wehren können, ist noch zu wenig bekannt. Es gibt bisher vier Anzeigen. Aber ich habe nie behauptet, dass das Wiener Prostitutionssgesetz das Problem lösen kann. Ein wesentlicher Anteil der Frauen sind Opfer von Frauenhandel.

Sind Sie dafür, Prostitution, wie es in Deutschland der Fall ist, als Gewerbe anzuerkennen?

Ja. Derzeit kann eine Prostituierte ihren Lohn nicht einmal einklagen. Und es würde die gesellschaftliche Akzeptanz der Frauen heben und damit die Gewalt in diesem Bereich bekämpfen. Also lassen wir die Moralinsäure weg! Aber auch das wird die Not der Frauen, die verschleppt wurden, nicht lindern. Und als Frauenstadträtin muss ich hinzufügen, dass


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