Superuni-Mania

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

BILDUNG Wien braucht dringend eine Superuni für Supermänner, heißt es. Elite, einst verpönt, ist wieder in. Und Masse ist Mist - darauf kann sich sogar der Punk mit dem Bankdirektor einigen. Nun haben wir sie also auch hierzulande, die Elitedebatte. "Die Zeit ist reif für eine Eliteuniversität", proklamiert eine Studie aus dem Wissenschaftsministerium. Der Standort muss, muss, muss Wien sein - und zwar bald. Fünfzig bis achtzig Millionen Euro jährlich sollen für die Aufzucht junger Geistesprinzen und -prinzessinnen lockergemacht werden. Für solche "Exzellenzzentren" mag vielleicht im Detail manches sprechen. Doch die Vorstellung, man könne mit den Summen, die im Spiel sind, an angloamerikanische Kaderschmieden heranreichen, ist einigermaßen lächerlich. Harvard oder Stanford verfügen jährlich über ein Budget von zwei bis 2,5 Milliarden Dollar. Deshalb wäre eine "Eliteuniversität" nach österreichischer Schmalspurart wohl vor allem eines: ein bequemes Argument für die


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