Weill warum?

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

MUSIKTHEATER Wo bleibt der Witz? Die Neue Oper Wien zeigt im Jugendstiltheater zwei Einakter von Kurt Schwertsik und Kurt Weill. 

Einen Durst hab ich, einen Riesendurst!" Wahrlich kein schlechter erster Satz für Rainer Werner Fassbinders Kammerspiel "Katzelmacher" (1968) um eine Gruppe nicht gänzlich unsympathischer Provinzler, deren Frust sich an einem "Fremdarbeiter" entlädt. An der Vorlage hat es sicher nicht gelegen, wenn Kurt Schwertsiks Vertonung dieser bissigen Sozialstudie so belanglos wirkt. Die Neue Oper Wien kombinierte sie für die österreichische Erstaufführung im Jugendstiltheater mit dem ballet chanté "Die Sieben Todsünden", der letzten Zusammenarbeit von Kurt Weill und Bert Brecht (1933). Das passt schon deswegen gut, weil alles, was seit Weill an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt wurde, an Schwertsik, einem handwerklich versierten Verfechter der Tonalität, scheinbar spurlos vorübergegangen ist. (Inhaltlich passt es natürlich auch.)

  Der gediegenen


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