Sag niemals Amadeus

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

FILM Mit "Der Wadenmesser oder Das wilde Leben des Wolfgang Mozart" liefert Kurt Palm schon jetzt das Abc fürs Mozartjahr 2006. 

Kein Komponist polarisiert seine eigene Anhängerschaft so sehr wie Wolfgang Mozart, der sich selbst niemals Amadeus nannte, allenfalls Amadé oder Amadeo, lieber aber Gnagflow Trazom, Franz von Nasenblut oder Wolfgang Romatz Edler von Sauschwanz. Den einen ist seine Musik heilig, als "vollkommenes Werk" des "göttlich begnadeten Genies" fast schon eine Art Gottesbeweis. Die anderen sind eher von der unkonventionellen Persönlichkeit, vom Freak-Faktor des Komponisten fasziniert: Mozart als analfixierter Fäkalkomiker oder aufklärerischer Freimaurer, als Punk (Milos Formans "Amadeus") oder Rockstar avant la lettre (Falcos "Amadeus").

  Kurt Palm gehört zur zweiten Gruppe. Das dokumentiert der Regisseur schon durch den Amadeus-freien Titel seines neuen Films und auch dadurch, dass "Der Wadenmesser oder Das wilde Leben des Wolfgang Mozart" pünktlich zu dessen


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