AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

Die einfachste handlung bestünde darin / einen dymlerchrysler mit 600 kg TNT / unters brandenburger tor zu kutschen", eröffnet Jörg Burkhard, einer der letzten deutschsprachigen Beat-Poeten alter Schule, seinen jüngsten Frontalangriff gegen "leute von schlage eines duce berlusconi". Eigentlich ziemt es sich nicht, in Zeiten von El Kaida davon zu träumen, das Symbol eines großen und starken Deutschland in die Luft zu sprengen, auch wenn der literarische Anschlag auf Missstände zielt, die auch außerhalb Deutschlands weit verbreitet sind. Aber da speziell jenen europäischen Ländern, die bereits vor 1989 zum Westen gehört haben, das juvenile Ventil für gesellschaftspolitischen Frust, die zornige Anarchokultur, abhanden gekommen ist, vermag das literarische Déjà-vu einer Achtzigerjahre-Hassschrift großes Staunen zu verursachen. Mit prollig pubertärer Sprachgewalt katapultiert der 1943 geborene ewige Undergroundler Motive und Themen aufs Tablett, die so out und zugleich gegenwartstauglich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige