Ordination Prof. Moussa

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

STADTMENSCH Was geschieht, wenn man einen selbst ernannten Hellseher trifft, der vor Verhexung und Liebeskummer schützt? Bericht einer Begegnung. 

Da ist diese Visitenkarte, neun mal fünf Komma fünf Zentimeter groß, schlichter Karton, Schrifttype Arial, blaue Schrift. Im Fettdruck: "Herr Moussa" und "0664 561 39 75". Flächendeckend ist die gedruckte Nachricht, und das seit einigen Wochen, unter den Autoscheibenwischern der Stadt eingeklemmt, ein dringliches Anliegen wird darauf vermeldet: "Großes Medium. Hellseher, Spezialist für Arbeiten in Liebesbeziehungen angesichts hoffnungsloser Lage. Schnelle Rückkehr der Person, die Sie lieben. Gibt Schutz gegen alle Gefahren und Verhexungen. Seriöse Arbeit. Zahlung nach Erfolg. Resultat garantiert." Das ist auf der Visitenkarte zu lesen, das annonciert Herr Moussa.

  Die Telefonnummer eingetippt, es meldet sich ein freundlicher Herr. "Hallo, hallo", dringt es aus dem Hörer, tiefe, rollende Stimme von weit her. Ja genau, das sei der


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