El Tequilero


FLORIAN HOLZER
Stadtleben | aus FALTER 04/05 vom 26.01.2005

NEUES LOKAL An einem Ort, wo vorher schon zwei Lokale recht rasch gescheitert sind, macht sich Wiens erste Tequilabar eigentlich recht gut.

Das Image des mexikanischen Agavenbrandes ist nicht das beste. Schuld daran war die Achtzigerjahresitte, zuerst ein Häufchen Salz zu lecken, dann den Brand ex zu machen und sodann in eine Zitrone zu beißen (old school), bzw. eine Tequila-Sprite-Mischung auf die Theke zu knallen und den sprudelnden Tequila Slammer sodann in einem Zug in sich hineinzuschütten. Dergleichen pubertäres Konsumverhalten ließ einen gar nicht auf die Idee kommen, dass Tequila differenziert, edel und gut sein kann.

Das zu beweisen, trat vor zweieinhalb Monaten Manolo Mendez an. Er übernahm das gefloppte Epstein, installierte eine weitläufige Bar, schraubte zwei Regale an die Wand, in denen seine 150 verschiedenen Tequilas Platz finden, hängte ein paar Bilder junger mexikanischer Künstler auf und beschränkte den Latinoappeal sonst auf die eine oder andere Zimmeragave.

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