"Und jetzt bitte weinen!"

Medien | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

KATASTROPHEN Nach der Flut überschwemmten die Reporter das Land und machten vieles noch schlimmer. Wie gehen Journalisten anständig mit traumatisierten Opfern um? 

Im indischen Nagapattinam regiert das Leid. Die Flut hat alles zerstört, Familien sammeln sich in einem provisorischen Hilfslager. Ein Helikopter landet, Journalisten steigen aus. Sie treffen auf eine Familie, die ihr eben verstorbenes Baby bestatten will. Die Medienleute stoppen die Zeremonie - es soll noch ein Foto gemacht werden. Sie legen den Körper des Kindes auf ein Handtuch am Boden und ordnen die Eltern und Geschwister rundherum an. Als die Kameras in Position sind, ruft ein Journalist: "Und jetzt bitte weinen!"

  Über diese und ähnliche Szenen wurde im Jänner von der indischen Tageszeitung New India Express berichtet. Die Bilder und Berichte zur Flutkatastrophe in Südostasien gingen um die Welt. Oft im Verborgenen arbeiten die Journalisten und Fotografen, um über solche furchtbaren Geschehnisse zu informieren,


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