FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

Interessant ist an dem schon sehr ausgereizten Genre der Promi-Doku-Soap nur eines: Woher nehmen die Sender bloß den Nachschub an Wichtigtuern, die sich für nichts zu blöd sind? Pro7 hat jetzt zehn "Prominente" auf der Burg Rapottenstein eingesperrt und lässt sie dort "Adel und Pöbel" spielen. Gut, die Promis sind aus der C- und D-Liga - ein Busenwunder mit 75 J, ein versoffener Exschlagersänger, ein gescheiterter Exboygroupsänger oder ein peinlicher Ex-"Big Brother"-Bewohner. In dieser Liga hast du nicht viel zu verlieren, sondern kannst mit einem zweiwöchigen TV-Auftritt was gewinnen, sogar Dieter Bohlens Ex Naddel hat nach ihrem Ausflug ins RTL-Dschungelcamp Autogrammstunden im Einkaufszentrum geben dürfen. Nur was sich diese Burgbewohner dafür wieder vor der Kamera antun lassen, ist unpackbar. So mussten etwa zwei die von den anderen bis oben hin voll gekackten Eimer aus dem Plumpsklo tragen und entsorgen, die ganze Scheiße schwappte ihnen entgegen. Grauenhaft, da möchte man fast nach dem Schutz der Menschenwürde rufen - wenn die Teilnehmer diese nicht selbst bei Pro7 abgegeben hätten.


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