KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

Es trug sich im Jahr 1817 zu, dass in Rio de Janeiro die Erzherzogin Leopoldine den Kronprinzen von Portugal und Brasilien ehelichte. Aus diesem Anlass wurde aus Österreich eine naturwissenschaftliche Expedition nach Brasilien geschickt. Die Fotografie war noch nicht erfunden, und so fiel dem damals 23-jährigen Landschaftsmaler Thomas Ender die Aufgabe zu, Land und Leute zu dokumentieren. Enders unscheinbare Aquarelle sind jetzt an der Akademie der bildenden Künste zu sehen, die in ihrem Kupferstichkabinett die über 700 damals entstandenen Arbeiten verwahrt. Unter den blassen Panoramen von Rio und Umgebung finden sich auch gezeichnete Sklaven. Ender stand der Sklaverei kritisch gegenüber - wie man aus dem Ausstellungstext erfährt; in einer Vitrine liegen Fußketten, wie sie die Porträtierten tragen. Ausführlichere Informationen - etwa über Österreichs durch Heiratspolitik erwirtschaftete Gewinne - wird man in der Ausstellung leider vergeblich suchen. Dafür hat der Ender-Forscher


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