Am Ende der Straße

GERHARD MIDDING | Kultur | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

FILM In seiner Simenon-Verfilmung "Feux Rouges" zeigt Cédric Kahn auf beklemmende Weise, wie fern sich Menschen sind, die einander nahe stehen. 

Der Aufbruch der Pariser in die Sommerferien ist eine ritualisierte Tortur, deren Schrecken man sich als Bewohner eines dezentralisierten Landes kaum vorstellen kann. In der Simenon-Verfilmung "Feux Rouges" schildert Cédric Kahn ihn als einen Strudel, der die Menschen zu verschlingen droht. "Die Reise in den Urlaub ist wie eine Parenthese im Leben, zwischen der Realität des Alltags und der Ausnahme", erläutert er die urfranzösische Ausgangssituation seines Roadmovie. "Sie führt beinahe zwangsläufig zur Konfrontation, zu einem Moment der Wahrheit, da einen das gewohnte soziale Umfeld nicht mehr ablenkt. Ich wollte, dass die Straße wie ein Albtraum wirkt, weil sie kein Ende zu nehmen scheint. Zugleich besitzt die Reise eine metaphorische Bedeutung: Es geht um die Frage, ob man den eingeschlagenen Weg fortsetzt oder ausschert."

  "Feux Rouges"

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