Sonniger Stillstand

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

FILM Aktive Helden gibt es genug: Alexander Paynes großartige Midlife-Crisis-Komödie "Sideways" zeigt zwei Herren beim Weinverkosten und Dinieren. 

Man muss immer weiter, man muss immer weiter", singt die Hamburger Band Egoexpress. Immer nur diese eine Textzeile, wie eine Beschwörungsformel. Manchmal, wenn man im Kino sitzt, in einem dieser Filme, die das (Er-)Leben ihrer Helden komprimieren, in denen ständig etwas passiert, Plotpoint auf Plotpoint folgt, muss man an den monotonen Rhythmus dieses Songs denken, in dem das zwanghafte Zustreben auf ein Ziel widerhallt.

  In der von US-Vorbildern geprägten Drehbuchtheorie nennt man das Streben einer Figur ihren "Want" - also das, was und wohin sie will; einen für das Publikum nachvollziehbaren Antrieb, der im klassischen Erzählkino den Plot vorwärts trägt.

  Es geht allerdings auch ohne. In letzter Zeit scheint es, als fände gerade das amerikanische Kino eine neue Lust an der Stagnation. Es häufen sich Hauptfiguren, die zu jung


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