OHREN AUF! 36 auf einen Streich

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

Ein Walzer, so simpel und schlicht, dass man nicht weiß, ob genial oder doof: Damit ging der Verleger Anton Diabelli in die Musikgeschichte ein. 1818 bat er die fünfzig "vorzüglichsten Tonsetzer und Virtuosen" seiner Zeit, Variationen über diesen Walzer zu verfassen; Beethoven, Schubert, Hummel, Liszt u.v.a machten mit bei dieser einmaligen Momentaufnahme des Wiener Musiklebens.

Lucas Fels, Cellist des Freiburger Ensemble Recherche, ist nun drauf und dran, so etwas wie der Diabelli des 21. Jahrhunderts zu werden. Seit 1999 bittet auch er prominente Komponisten, sich an einem Kompendium zu beteiligen, das als Geschenk für Harry Vogt, den Leiter der renommierten Wittener Tage für zeitgenössische Musik, gedacht war. Grundlage ist der zentrale "In Nomine"-Ausschnitt aus der Messe "Gloria tibi Trinitas" (1528) des englischen Renaissancekomponisten John Taverner.

Mit der Bitte um eine künstlerische Reaktion auf diesen cantus firmus griff Fels nicht nur ein Interessensgebiet des Jubilars


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