Enderektion & Erschöpfung

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 05/05 vom 02.02.2005

LITERATUR In seinem wunderbaren Roman "Die Liebesblödigkeit" stellt Wilhelm Genazino seinen nicht mehr ganz jungen Protagonisten zwischen zwei Frauen und vor unakzeptable Alternativen. 

Wilhelm Genazino ist ein schönes Beispiel für die Fragwürdigkeit des Erfolges. Seit rund drei Jahrzehnten schreibt der aus Mannheim gebürtige Autor Romane, für die er regelmäßig gelobt wird. Trotzdem bleibt er über Jahrzehnte hinweg fast so etwas wie ein Insidertipp. Der Rowohlt Verlag gibt ihm den Weisel, weil Genazinos Bücher den Richtwert von 6000 verkauften Stück mehr oder weniger deutlich verfehlen, der Autor wechselt zu Hanser, wird für sein 2001 erscheinendes Verlagsdebüt "Ein Regenschirm für diesen Tag" vom Literarischen Quartett lückenlos abgefeiert, legt zwei Jahre später "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" nach und wird 2004 mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet, ohne dass wer was zu meckern findet. Im aus diesem Anlass geführten Interview mit dem Falter (37/04) meinte er trocken:


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