STANDPUNKT

Gerechtigkeit für K.

Politik | aus FALTER 06/05 vom 09.02.2005

So übel kann einem das Leben mitspielen. Jahrzehntelang brav am Image eines Betonierers gebastelt, durch dessen Adern Benzin statt Blut fließt, dann ein einziger unbeholfener Sager und schon ist der gute Ruf ruiniert. Dabei hatte ÖVP-Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka erstens eine gute Idee und kann zweitens wirklich nichts dafür. Beeindruckt von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten moderner Technik, dachte der Staatssekretär nur laut darüber nach, dass eine österreichweite Pkw-Maut bald technisch möglich sein werde - und schwupp kriegt er von SPÖ und FPÖ das Öko-Fundi-Alternativo-Mascherl umgehängt. Das hat sich einer wie Kukacka wirklich nicht verdient! Aber auch wenn Staatssekretär Kukacka wohl der Letzte ist, der so etwas ernstlich vorschlagen würde: Was ist so schlecht an der Idee, Pkw-Fahrer künftig nicht mehr indirekt zu unterstützen (Straßenbau, Umweltfolgekosten), sondern ihnen die tatsächlich verursachten Kosten zu verrechnen? Dass die SPÖ gegen einen solchen Vorschlag wettert, zeigt, dass sie Umweltschutz nur interessiert, solange er Krone-kompatibel ist. Aber wo waren eigentlich die Grünen? Die hatten zu Kukackas Vorstoß nichts zu sagen. Oder wollten sie sich einfach bequem aus der Deckung heraus ansehen, wie sehr einer geprügelt wird, der - wenn auch unabsichtlich - mit einer ursprünglich grünen Forderung hausieren geht? N. H.


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