Tauziehen um die Transen

Politik | JULIA ORTNER und EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 06/05 vom 09.02.2005

RATHAUSWAHL Im Oktober werden die Wiener in die Wahlzellen gerufen, der Kampf um die Stimmen läuft an. Alle vier Parteien machen sich auf nach Transdanubien, wo sich der Mittelstand fürs Reihenhaus abstrudelt. 

Die derzeit begehrteste Wienerin fühlt sich immer ein bisschen zu dick. Obwohl sie ständig zum Spinning ins Fitnesscenter rennt. Aber - ja, natürlich! - sie sollte wieder öfter zum Biojoghurt greifen. Mit Ende zwanzig hat sie schon Mann, zwei Kinder und zwei Autos. Sie muss sich abstrudeln, um die Schulden für die Genossenschaftswohnung im Grünen abzubezahlen, und damit sich der Skiurlaub jedes Jahr ausgeht. Der Konkurrenzdruck im Büro ist groß, Matura ist für eine Dreißigjährige heute ja keine besondere Qualifikation mehr - das verursacht Rückenschmerzen.

  Diese Mittelschicht jenseits der Donau wird die nächste Rathauswahl, die voraussichtlich im Oktober stattfindet, entscheiden: die Transdanubier, ironisch kurz Transen genannt. Sie leben in Anlagen wie der Großfeldsiedlung


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