"Pappen halten"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 06/05 vom 09.02.2005

VOR GERICHT Wer eine Prostituierte vergewaltigt, verdient Milde. Ein Staatsanwalt erklärt dem "Falter", warum. 

Vergangene Woche stand Harald H., ein sogenannter Gürtelkönig, vor Gericht. Er soll zwei Frauen vergewaltigt haben. Die eine in seinem Auto. Die andere im Bordell. Die beiden Opfer waren Prostituierte. Der Angeklagte sagte vor Gericht: "Seit wann kann man a Hur vergewaltigen?" Das war zu erwarten. Aber wie entscheidet die Justiz?

  Vergangene Woche hielt Staatsanwalt Hans-Christian Leiningen sein Schlusswort. Er bat um Milde für den Vergewaltiger. Ein Kurier-Reporter schrieb Leiningens Begründung mit: "Prostituierte werden nicht besonders erniedrigt, wenn sie vergewaltigt werden." Der Richter, Thomas Schrammel, sagt, "dass Prostituierte auch Menschen und Frauen und kein Freiwild" seien, aber auch er erklärt: "Eine Prostituierte steckt die Vergewaltigung wahrscheinlich leichter weg als das behütete Bürgertöchterl." Das sei der Grund, warum die Frauen bei der Einvernahme


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