Rauch ohne Feuer

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 06/05 vom 09.02.2005

LITERATUR Gerhard Roths neuer Roman "Labyrinth" erweist sich als Irrgarten aus Fiktion und Wirklichkeit, Psychiatrie und Monarchie. 

Die Hofburg brennt. Genauer gesagt ein Teil davon, die Redoutensäle. Den historischen Brand im Jahr 1992 nimmt Gerhard Roth zum Ausgangspunkt für seinen neuesten Roman "Das Labyrinth". Anders als in den voluminösen "Archiven des Schweigens", die von der unheilvollen Vorgeschichte der Zweiten Republik und den Spätfolgen des Nationalsozialismus handelten, begibt sich Roth mit dem "Labyrinth", dem fünften Band seines monumentalen, an Homer geschulten und "Orkus" betitelten Romanprojektes, auf das weitläufige Terrain der Habsburgermonarchie und ihrer Nachwirkungen in der Gegenwart.

  Der Verdacht, dass es sich beim Brand der im Lauf von sieben Jahrhunderten erbauten Machtzentrale des einst weltumfassenden Reiches im Zentrum von Wien um Brandstiftung handelt, ist ebenso rasch geäußert wie ein Verdächtiger gefunden: Philipp Stourzh, ein Pyromane. Diesen


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