Spatz in Rabenvaters Bau

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 06/05 vom 09.02.2005

FILM Der familientherapeutische Dokumentarfilm "My Architect - A Son's Journey" reibt sich am Mythos des Architekten Louis Kahn. 

Für Nathaniel Kahn geht es in seinem Debütfilm nicht um seinen Vater, sondern um den Architekten, dessen Sohn er ist. In "My Architect - A Son's Journey" folgt ein Vierzigjähriger den Spuren, die Louis I. Kahn hinterlassen hat. Da ist sein Einfluss als bedeutender Lehrer akademischer Baukunst oder sein mythischer Status innerhalb der Branche, von dem der unlängst verstorbene Stararchitekt Philip Johnson gleich zu Beginn mit kollegialer Bewunderung erzählt. Auch Bauten hat der Architekt hinterlassen, wenige nur, in erhabenen Primärformen: Kreise und Dreiecke aus Beton, Ziegel, Lichteinfall.

  Der Sohn reist und fragt, sucht und besucht. Er inszeniert sich selbst als Hinter-, vielmehr Verlassenschaft, die nun auf Anerkennung pocht, als verlassen vom Nichtvater, der mit drei viel jüngeren Frauen Kinder hatte, ohne in einer der Beziehungen sesshaft zu werden.


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