Die kleine Chance

EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | Politik | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

BILDUNG Seit den Siebzigern ist die Chancengleichheit die Maxime der Bildungspolitik. Auf dem Papier. Herkunft und Geschlecht zählen immer noch mehr als Talent und Begabung. 

Bruno Kreisky sei Dank: 1971, Brigitte hatte gerade die Pflichtschule absolviert, wurden Bücher und Tramway plötzlich gratis, Schülerbeihilfe gab es obendrein. Die Mutter, eine Arbeiterin und Alleinerzieherin, wollte ohnehin, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen, aber so fiel die Entscheidung fürs Realgymnasium leichter. Nach dem Volkswirtschaftsstudium, für das keine Gebühren mehr verlangt wurden, trat Brigitte in die Arbeiterkammer ein. Ihr erster Chef, ein gewisser Ferdinand Lacina, brachte der talentierten, jungen Magistra einen Satz bei, der ihr Selbstbewusstsein stärken und ihr Auftreten verbessern sollte: "Ich bin die Frau Wichtig und mache alles richtig." Brigitte Ederer machte alles richtig und sitzt heute im Vorstand von Siemens.

  Hat sich Kreiskys Traum von der Chancengleichheit also

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