BILDUNGSGIPFEL

Xenophob, krank & abwesend

Politik | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

Bei ihrem sogenannten "Bildungsreform-Dialog" hat die schwarz-blaue Koalition am Montag endlich die wahren Schuldigen für das Debakel ausgemacht: Der Grund für Österreichs schlechtes Abschneiden bei der Pisa-Studie ist die hohe Anzahl von Migrantenkindern an Österreichs Schulen. Denn, so erklärte Wolfgang Schüssel in seinem Statement in der Hofburg: Seit der letzten Bildungsvergleichstudie vor drei Jahren sei "die Zahl der Schüler mit Migrantenhintergrund von 9,6 auf fast 14 Prozent gestiegen". Pisa-Vorzugsschüler Finnland weise dagegen bloß zwei Prozent Ausländerkinder an den Schulen auf. Das Fazit des Kanzlers: Die Ausnahme bei Deutschkursen für Mütter und Kinder "ist nicht mehr zu halten". Sein blauer Vizekanzler Hubert Gorbach assistierte: Bei Ausländern mit Sprachmängeln sei "Zwang notwendig". Andere "Bildungsexperten" kamen nur im Minutentakt zu Wort.

  Das neue Rezept von Schwarz und Blau steht ohnehin: ein verpflichtendes Vorschuljahr mit dem Schwerpunkt Deutsch für


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