Kommentar

Theaterreform: Immer auf die Kleinen

Kultur | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

WOLFGANG KRALICEK

Man hat verdächtig lange nichts mehr von der Wiener Theaterreform gehört. Dabei hat das bisher ehrgeizigste Projekt des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny nicht mehr und nicht weniger als eine Neuordnung der Wiener Off-Theater-Szene (alle Gruppen und Bühnen der Stadt, ausgenommen die Großbühnen) zum Ziel. Vereinfacht gesagt, soll die bloße Existenz eines Theaters künftig nicht mehr Grund genug sein, es auch weiterhin zu finanzieren.

Erster konkreter Schritt der Reform war die Einsetzung einer Jury, die über die Vergabe langfristiger Förderverträge (Laufzeit: vier Jahre) entscheiden sollte. Das Ergebnis wurde im vergangenen November bekannt gegeben und ist für zahlreiche kleine Bühnen bitter ausgefallen: Sie sollen ab nächster Spielzeit (2005/06) leer ausgehen.

Nach einer mehrmonatigen Reaktionszeit (Theater ist ein träges Medium) haben sich zehn Bühnen und Gruppen jetzt zu einer Art Notgemeinschaft zusammengeschlossen. Der "Wiener Theaterverband"


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