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Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

Wenn die heroischen Zeiten vorbei sind, kann man immer noch auf die Archive zurückgreifen. Das 1939 vom Berliner Alfred Lion und dem Fotografen Francis Wolff gegründete Label, mittlerweile eine Tochter des Emi-Konzerns, hat dort glücklicherweise genug Material liegen, das Jazzgeschichte geschrieben hat: Vor allem in den Sechzigerjahren war Blue Note sowohl musikalisch als auch designmäßig eines der hipsten Jazzlabels. Es finden sich natürlich nicht nur Weltklasseeinspielungen, aber selbst weniger geglückte Aufnahmen können historisch interessant sein.

Larry Young zum Beispiel war einer der wenigen Organisten, die ihr Instrument nicht als hysterisch hochgezogene oder entspannt dahintuckernde Groovemaschine benutzten, sondern sich in innovativere Bereiche vorgewagt haben. Sein programmatisch "Of Love and Peace" betiteltes Album von 1966 ist hörbar von John Coltrane beeinflusst: Das mit zwei Schlagzeugern besetzte Sextett verheddert sich auf den recht krude ausgeblendeten Stücken


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