STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK, MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

Mit "Land of Plenty" schöpft Kinokosmopolit Wim Wenders aus dem Vollen: Plenty of Bedeutsamkeit sprießt da aus dem Land, aus einer sozialen und mentalen Topografie der USA. Großes Kopfschütteln über Amerika samt Trauer um verlorene ... (hier bitte wahlweise "Unschuld", "Freiheit", "Türme" einsetzen) wird anhand viel sagender Zufallsbegegnungen und aufgeladener Orte illustriert: Elends-Downtown und Obdachlosenasyl in Los Angeles, Industrieruine mit "Paris, Texas"-Flair im Death Valley, am Ende Schweigen mit Rufzeichen auf Ground Zero. Ein Vietnamveteran als Terrorfahnder im Securitywahn und seine pazifistische Nichte aus Israel, die Amélie-haft durchs Soziotop lächelt - da hagelt es Grundsatzmonologe und schmerzliche Aussprachen, bis unmissverständlich klar wird: Offenherzigkeit ist besser als Paranoia. Geschwätzig ist dieses bildungsromanhafte Roadmovie auch in den Dialogpausen: Dann besorgen Skylines im Zeitraffer, Bush auf dem Fernseh- und Palästina auf dem Laptopschirm, aus


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