Vater pfeift, Mutter springt

Kultur | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

LITERATUR In "Heul doch!" beschreibt Melanie Arns die Leiden eines Teenagers in der deutschen Provinz. Dabei lügt sie wie gedruckt. 

Das ist ja nun wieder mal ein wirklich flottes Stück junger Literatur: Die Autorin heißt Melanie Arns, wurde 1980 in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen geboren, hat ihre kaufmännische Lehre abgebrochen, um am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (unter anderem bei Josef Haslinger und Herta Müller) zu studieren, und legt mit ihrem Debüt "Heul doch!" jetzt einen kurzen, aber intensiven Text vor, in dem die Erwachsenenwelt ihr Fett abbekommt. Wohin der Hase läuft, wird schon im ersten Satz des rasanten Textes deutlich; die Erzählerin schlägt die Augen auf und sieht die Eltern sogleich in der peinlichsten aller möglichen Situationen: "Mittwochs Sex: Vater pfeift, Mutter springt, er stöhnt, ich kotze."

  Daran, dass es genau so ist, wie in diesem ersten Satz beschrieben, ändern die restlichen Sätze des schmalen Buches nichts mehr. Die bundesdeutsche


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