NÜCHTERN BETRACHTET

Von Büchern und Menschen

Kultur | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

Mein Chef hat ja Humor. Trotzdem lache ich meistens mit. Einen besonderen Stellenwert in seinem jokosen Universum nehmen Anspielungen auf meine Teilzeitbeschäftigung als Literaturkritiker ein. Angesichts der Tonnen von Büchern, die im Falter-Mediatower den Durchgang zum Juristentrakt eng machen, pflegt mein Chef hin und wieder launig anzumerken, ich solle dieses oder jenes Buch doch lieber an ihn weiterleiten, statt Rezensionsexemplare abzustauben, um damit meine Privatbibliothek hochzurüsten. "Hahahaha, Chef", pflege ich in solchen Fällen zu antworten, "Spi-tzen-witz!" Um nicht unpfiffig zu replizieren: "Aber zum Abstauben hab ich eh schon mehr als genug!" Nun ist es tatsächlich so, dass ich von vielen Menschen für die vielen Bücher beneidet werde, die mir in die Redaktion geschickt werden. Es sind dies entweder Menschen, die sehr viel lesen, es aber verabsäumt haben, daraus einen Beruf zu machen, und daher sehr viel Geld für Bücher ausgeben müssen; oder aber es sind Menschen,


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