STADTRAND

Immer auf die Fenster

Stadtleben | aus FALTER 07/05 vom 16.02.2005

Kippen ist ganz, ganz schlecht, sagt N. Kippen ist nämlich weder Fisch noch Fleisch. Man soll vielmehr ganz brutal sein und regelmäßig kräftig die Luft krachen lassen: immer auf die Fenster und tüchtig durchlüften. J. erledigt bei uns diese Aufgabe äußerst gewissenhaft. Alle gefühlte zehn Minuten sinkt die gefühlte Kälte im "Falter"-Mädchenzimmer auf, sagen wir, minus zehn Grad - weder Fisch noch Fleisch, nur Tiefkühltruhe. E. und ich kramen dann nach unseren Daunenschlafsäcken. Ja ja, frische Luft ist wichtig, hilft beim Denken und beim Stoffwechsel. Aber wer muss den ganzen Feinstaub wieder wegmachen, der da beim Fenster hineinkommt? Der Wind weht sämtlichen Papierkram durcheinander. Überhaupt: Heizen wir für die Passanten da draußen auf der Straße? DAS FENSTER BLEIBT ZU! Vorsichtshalber füge ich noch eine Bitte hinzu. Kurze Zeit später. Die gefühlte Hitze lässt uns mittlerweile Badesachen und Flipflops tragen, die ersten Besucher murmeln was von wegen Karnickelstall. Okay, kurz lüften ist erlaubt. Aber nur ganz kurz. Stoßlüften eben. Schon reißt J. das Fenster auf. Wen wundert's, wenn man verschnupft wirkt? C. W.


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