Keine Faulpelze

GERALD JOHN | Vorwort | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

ARBEIT Ist länger besser? Oder zählt die Beweglichkeit? Die werktätigen Massen sollen wieder einmal flexibler werden. 

Ich geb's zu, ich bin kein Workaholic. Es gibt hundert Dinge, die mich mehr anturnen, als jeden Tag zwölf Stunden im Büro zu hocken. Lieber gehe ich auf ein Bier, statt zu nachtschlafender Stunde in den Computer zu starren. Am Sonntag schalte ich gerne das Handy ab, meine Urlaubstage nütze ich jedes Jahr bis zum letzten aus. Natürlich hackel ich, wenn nötig, schon einmal bis Sonnenaufgang durch und opfere das eine oder andere Wochenende. Aber irgendwann müssen die Sonderschichten ausgeglichen werden. Kurz: Ich lebe nicht, um zu arbeiten. Zumindest nicht nur.

  Hoffentlich ruiniert dieses Bekenntnis nicht meine Karriere. Typen wie ich sind aus der Mode. "Mehr Leistung" mahnen schneidige Manager ein. Das Volk könne sich die Segnungen des Sozialstaates nicht mehr leisten, behaupten Experten. "Blut, Schweiß und Tränen" verlangen Politiker, Zeitungskommentatoren

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