Im toten Winkel

FLORIAN KLENK | Politik | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

GEFÄNGNIS Der eine erhängt sich im Eisenkäfig, der andere stirbt angegurtet in einer Sonderzelle. Psychiater fehlen, Justizwachebeamte sind überfordert. Eine unabhängige Expertenkommission hat im Auftrag der Justizministerin die Situation psychisch kranker Häftlinge untersucht. Das Ergebnis ist beschämend. 

Wie psychisch kranke Menschen in Österreichs Gefängnissen behandelt werden? Zuerst die gute Nachricht aus dem Bericht der Expertenkommission: Das Gurtenbett, ein "lederbespannter Holzblock mit fix montierten Lederriemen", wurde wegen "außergewöhnlicher Gefährlichkeit" verboten. Das war erst 1993.

  Nun zu den schlechten Nachrichten: Die Gefängnisdirektoren wurden kreativ. Der Holzblock wurde - etwa im Hochsicherheitsgefängnis in Krems Stein - ganz offiziell durch ein "Krankenbett, versehen mit Ledergurten" ersetzt. Der Doppelmörder Ernst K. wurde im Jahr 2001 nach einem psychotischen Anfall eine Nacht lang auf so ein Gerät geschnallt. Seine Nase war mit Watte zugestopft,

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