"Sieg, Sieg, Sieg"

  Noch bevor dieses Schiedsgericht erstmals tagte, erklärte Dichand den "Krieg" und seinen Sohn Christoph Anfang 2003 zum Chefredakteur. WAZ-Chef Schumann hat einen seiner höflicheren Tage, wenn er heute von "einem großen Fragezeichen" spricht, "ob Herr Christoph Dichand der beste Chefredakteur ist". Doch 2003 einigten sich die WAZ und Dichand noch einmal: Die Essener durften Krone-Sportchef Michael Kuhn zum zweiten, Christoph gleichberechtigten Chefredakteur bestellen. Hans Dichand blieb zwar Herausgeber und Hauptgeschäftsführer, über das Personal der Redaktion entscheiden seither aber die beiden Chefredakteure.

Medien | HARALD FIDLER | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

KRONEN ZEITUNG Hans Dichand feiert seinen angeblichen Triumph im "Krieg" um Österreichs größtes Kleinformat. Doch die Feinde im eigenen Haus wird der betagte Zeitungsgründer nicht los. Und die Konkurrenten der "Krone" freuen sich. 

Hans Dichand hat Freitagnachmittag bestimmt vor Schadenfreude gegluckst, als der 84-jährige Herausgeber des größten Kleinformats die Schlagzeile der Samstagsausgabe der Krone musterte: "Die Deutschen beneiden uns!" Wer Dichand und sein Organ kennt, weiß, dass die Headline nicht für die 2.925.000 Leser formuliert war, für die es um Österreichs Wirtschaftswachstum ging. Die Schlagzeile galt Erich Schumann. Der 74-jährige Schumann ist Geschäftsführer und Gesellschafter der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), des zweitgrößten Zeitungsverlags Deutschlands. Exakt fünfzig Prozent an der Kronen Zeitung gehören dem Konzern aus Essen, exakt gleich viel Hans Dichand.

  Dienstag kam Post aus Zürich, ein großzügig befülltes Kuvert. Mehr als hundert


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