Elfriede, die Wilde

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

THEATER Elfriede Jelinek versaut Oscar Wilde: die "Bunbury"-Neufassung "Ernst ist das Leben" im Akademietheater. 

Der Schottenrock wird weithin unterschätzt. Man hat ihn als sympathische Schottenschrulle lieb gewonnen, nimmt ihn als Kleidungsstück aber nicht weiter ernst. Doch damit ist jetzt Schluss: Die Protagonisten der Oscar-Wilde-Inszenierung "Ernst ist das Leben" im Akademietheater demonstrieren eindrucksvoll, wie kleidsam und sexy das verkannte Teil sein kann - und wie gut der Schottenrock mit Sakkos aus Schlangenleder oder Hermelinfell, mit Cowboyhut und sogar Westernstiefeln harmoniert.

  Martin Kraemers Kostüme sind der heimliche Star einer Inszenierung, in der es an Stars ohnedies nicht mangelt. Auf der Besetzungsliste stehen fast nur erste Kräfte des Hauses, Regie führte, erstmals in Wien, der auch als Dramatiker bekannte Falk Richter, und für die Stückfassung zeichnet keine Geringere als Elfriede Jelinek verantwortlich. Die Nobelpreisträgerin, die schon Farcen von


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