OHREN AUF! Kreuzüber klassisch

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

Klar, die Beatles sind Klassiker. Ihre Musik ist längst kanonisiert und erfährt regelmäßig Neuinterpretationen durch andere Künstler. Erstaunlich ist dabei eigentlich bloß, wie früh das Klassikerpotenzial der Songs von Lennon/McCartney erkannt wurde, und das nicht zuletzt in der Welt der klassischen Musik selbst. Schon Mitte der Sechziger, also etwa zur Zeit von "Rubber Soul" und "Revolver", ließ sich keine Geringere als die Mezzosopranistin Cathy Berberian (1925-1983) von der Beatlemania ihrer Tochter anstecken.

In der Folge gab die Amerikanerin mit armenischen Wurzeln - Avantgarde-Ikone und Monteverdi-Expertin, Muse von Luciano Berio und John Cage und überhaupt eine der schillerndsten Figuren der an Exzentrikern nicht eben armen Sangesbranche - bei Guy Boyer und Louis Andriessen immer wieder Arrangements von Beatles-Songs in Auftrag; zwischen 1966 und 1982 entstanden so insgesamt zwölf adaptierte Versionen für ihre eigenwillige und faszinierende Stimme. Sie alle wurden nun,


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