Die Entscheidung

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

FILM "Sophie Scholl - Die letzten Tage" zeigt Widerstandskämpfer und Nazis nicht als fertige Charaktere - und eine grandiose Julia Jentsch als Titelheldin. 

Sie waren doch früher selbst beim Bund Deutscher Mädel", sagt Gestapo-Kommissar Robert Mohr (Alexander Held) während eines frühen Verhörs zu Sophie Scholl (Julia Jentsch). Fast beschwörend sagt er das, denn die Entschlossenheit der jungen Frau imponiert ihm, und ihre Wandlung von der Systemanhängerin zur -gegnerin scheint ihm, der auch nach Stalingrad noch an den "Endsieg" glaubt, unbegreiflich.

  Am Ende dann, kurz vor der Hinrichtung, steht er vor ihrer Zelle. Vielleicht hat er verstanden, dass er eine Unschuldige verurteilt hat. Vielleicht auch nicht. Marc Rothemunds "Sophie Scholl - Die letzten Tage" lässt diese Frage offen, doch allein indem er die Möglichkeit in den Raum stellt, bildet er eine Ausnahmeerscheinung: ein deutscher Film, der die Positionen von Nazis und Widerstandskämpfern nicht als gegebene, sondern


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