STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK, MICHAEL OMASTA | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

Medien verknüpfen erlebte mit möglichen Welten. Das tun Leute, die aufgrund ihrer Empfänglichkeit für Jenseitsbotschaften "Medien" heißen, ebenso wie Film, TV oder Internet. Dass auch technische Medien Grüße von drüben übermitteln könnten und dass uns - ganz ehrlich! - unser Fernseher oder Handy nicht immer koscher vorkommt, davon geht der Geisterthriller "White Noise" aus. Michael Keaton, in einem anderen Leben einst Batman-Darsteller, spielt einen Witwer, der immer mehr Zeit damit zubringt, das "weiße Rauschen" zwischen den Fernsehsendern nach Messages seiner toten Frau abzusuchen. Vor lauter Hingabe lässt er dabei ständig den Mund offen stehen. Noch schockierender sind die Schemen, Wortfetzen und Flashes, in denen sich die Toten manifestieren. Manche von ihnen rufen um Hilfe, manche drohen, und die meisten geistern als Erinnerungen an "Sixth Sense" oder "The Ring" herum.

Atmosphärischer Geistergrusel ist heute eine Filmkonvention, und die erfüllt "White Noise" (abgesehen vom saublöden Ende) so routiniert und rauschfrei, dass der Rezensent der Village Voice zu Recht von "Gänsehautfabrik" spricht.

  Da sagen wir nur: He! Und: Küss mich, Prinzessin! Weil genau so, nämlich "Küss mich, Prinzessin", heißt auch die neue Komödie des jungen österreichischen Regisseurs Michael Grimm, der sich mit "Auf Wolke 7" schon einmal in diesem Fach versucht hat. "He!" ist der ständige Begleiter vom Horst (Gregor Seberg), einem Schmalspurgangster, dem so ziemlich alles schief geht; anfangs auch das Ehrlichwerden und das mit der Susi (Hilde Dalik). Die ist mit einem blöden Mann verheiratetet, hat ein Kind und eine Mutter und einen Spleen für Lady Di. Schauplatz ist Wien, mostly Vorstadt, und abgesehen von den beiden genannten Hauptdarstellern ist das leider auch schon wieder das Einzige an diesem Film, das wirklich stimmt.


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