AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

Von der Welt im Stich gelassen muss sich Erika Mann gefühlt haben, als sie vor den Nazis flüchtete und in ihren Exilländern mehr geduldet als willkommen war. Um so mehr, als sich im Ausland offenbar niemand für die Zustände in Hitlers Reich interessierte. Neben ihrem Bruder Klaus zählt die vormals politisch völlig naive Rennfahrerin, Kabarettistin und Lebefrau zu den aktivsten antifaschistischen Aufklärern der Dreißiger- und Vierzigerjahre. Die Frage sei erlaubt, warum eine ihrer wichtigsten Warnschriften erst sechzig Jahre nach der Befreiung erstmals auf Deutsch erschienen ist. Die Antwort ist rasch gefunden. "Wenn die Lichter ausgehen", eine Sammlung von halbdokumentarischen Reportagen, hatte sich in dem Moment, als Hitler zur Vergangenheit geworden war, von tagesaktueller Propaganda in ein historisches Dokument verwandelt. Erika Mann schrieb die zehn Impressionen aus der Alltagsnormalität unter dem braunen Terror 1939 speziell für ein amerikanisches und britisches Publikum:


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