PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Nie mehr hinter die Arbeiterbewegung zurück!

Stadtleben | aus FALTER 08/05 vom 23.02.2005

... wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben, vielmehr ... wird [es] ... in ihm zur sprudelnden Quelle werden ...

Joh 4,5-42 (Evangelium am 3. Fastensonntag eines Lesejahres A)

d So einer wie ich muss auch Jesus gewesen sein. Die anderen waren einkaufen gegangen, er bleibt allein am Brunnen, hat aber kein Schöpfgefäß. Er hat also Durst. Und es kommt eine Frau schöpfen, er bittet sie um Wasser und beginnt sofort zu prahlen, dass, wenn sie von seinem Wasser tränke, nie wieder einen Durst haben werde, im Gegenteil! Das nenne ich nicht braten, das ist Angeberei. Also ich bin schwul und würde mit meinen Jüngern flirten. Aber wenn der nicht schwul war, dann war er borderline. Oder die haben ihn verfälscht, und er hat eh gebraten mit ihr, zumal sie schon fünf Männer hatte, wie er ihr sofort auf den Kopf zusagt. Nein, nein, sie haben ihn verfälscht. Hosensafti - Togatafti, so wie Frucade oder Eierlikör sintemalen. Blasen oder Pipitrinki. Er hat tierisch geflirtet mir ihr, und als die Jünger vom Einkaufen zum Dorfbrunnen zurückkamen, hat er schnell das Thema gewechselt und auf Christus gemacht. Denn wenn er wörtlich so einer war, wie er im heutigen Evangelium beschrieben wird, wär mir der unheimlich, und ich würde mir keinen Sado von ihm machen lassen. Ich hatte mir Jesus immer so als kleinen "Theorema" von dem Pasolini-Film vorgestellt. Ein Liebreiz und ein Sexappeal, und alles schmilzt, von der Greisin bis zum Gusenbauer.

  Was ich hiemit beklage, besteht darin, dass niemand mehr in die Öffentlichkeit gerät, der fröhlich-wild meschugge ist. Was erscheinen darf, ist getragen von Getragenheit oder dumpf und tönern, dass Edgar Böhm es fasst. Alles verhält sich zu jeder Sekunde, wählbar zu bleiben. Niemand spinnt. Das einzig Positive, was bleiben wird von unserer Zeit, wird sein, dass die Blauen durch die Grünen ersetzt worden sind. Und dann wird in den Geschichtsbüchern stehen, dass die psychologische Gattin des Schüssel ihren Gatten so im Gleichmut zu halten verstand, dass der den Haider zuschanden ritt und den Van der Bellen bestieg. So wie der Figl schrie, "Österreich ist frei"! Durch Trott zum Glück.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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