Die verspätete Kopie

DIETMAR STEINER | Vorwort | aus FALTER 09/05 vom 02.03.2005

Kommentar Was ist das Gegenteil von Staat? Anmerkungen zur wie immer verspäteten Wiener Variante der Museumsdebatte. 

Letzte Woche in New York. Für eine inhaltlich belanglose Wechselausstellung inszeniert das neue Moma eine "Reception" zur Voreröffnung. Rund 5000 dunkel gekleidete Menschen zelebrieren den Smalltalk zu Ehren des nun neuen, ultimativen Kunsttempels der Welt. Der Normaltag darnach offenbart sich als logistische Höchstleistung, um Tausende von Besuchern möglichst friktionsfrei durch die neuen Räume zu schleusen. Was es zu sehen gibt, ist egal, man hat physisch dort gewesen zu sein, auch wenn man dann nichts wirklich gesehen hat. Das Museum als Ort und Gerät des Eventtourismus. Das "Guggenheim-Prinzip" braucht heute keine spektakuläre Architektur mehr, eine "elegante Atmosphäre" ((c) Moma) genügt für eine reiche Sammlung und das entsprechende Marketing.

  Anscheinend wird der Typus Moma als Wunschbild derzeit auch in Wien verhandelt. Schließlich nehmen die Sammlungen

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