Mehr Gleichmacherei, bitte!

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 09/05 vom 02.03.2005

KOMMENTAR Selektion macht dumm, Gleichheit macht klug, zeigt Pisa. Dass wachsende Ungleichheiten Folgekosten zeitigen und damit ineffizient sind, gilt nicht nur für Bildung. Zeit, die Egalité, den verstaubten Grundwert, aus dem Keller zu holen. 

Nichts war in den vergangenen fünfzehn, zwanzig Jahren mehr aus der Mode gekommen als die Gleichheit. Wer mehr Gleichheit verwirklichen will, tönte es da aus allen Ecken, tut nicht nur den immer einzigartigen Menschen Gewalt an, er vergeht sich auch an den Zukunftschancen unserer Gesellschaft. Leistung muss sich lohnen, und freie Marktwirtschaften garantieren Prosperität. Mehr freies Spiel von Erfolg und Misserfolg, mehr Elite muss her - von Sozialstaats- über Gesundheits- bis Universitätsreform ist dies das bestimmende Lied. "Hasspredigten der Gleichheitsfeinde" nennt der Berliner Soziologe Wolfgang Engler diese Rhetorik in seinem dieser Tage erscheinenden Buch "Bürger, ohne Arbeit" (Aufbau-Verlag, Berlin). Es blieb natürlich nicht bei


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