AUFGEBLÄTTERT

Kultur | aus FALTER 09/05 vom 02.03.2005

Wenn ein Autor stirbt, ist in den Druckereien Hochbetrieb angesagt. Würde Hunter S. Thompson (1937-2005) geahnt haben, welch ein Hype kurz nach dem Tod um ihn entstehen wird - der Erfinder des radikal subjektiven Gonzo-Stils hätte sich zwar kaum, wie am 21. Februar geschehen, mit einer seiner geliebten Faustfeuerwaffen erschossen, aber im Gegensatz zu zartbesaiteteren Geistern, die posthum nachgeworfenen Ruhm geschmackslos finden, hätte er bestimmt seinen Spaß daran gehabt. Wir reden hier schließlich von einem Mann, der sich von den "Hell's Angels" halb totprügeln ließ und in seinem gleichnamigen, im Original 1966 erschienenen Skandalbuch über die Bikerbande dennoch streckenweise fast zärtliche Worte für diese mehr oder weniger wahllos plündernden und vergewaltigenden Outlaws fand. "Wir sind die Einprozenter, Mann: Das eine Prozent, das nicht dazugehört und dem das scheißegal ist", ließ sich Thompson von einem Hell's Angel erzählen, und letztlich fühlte er sich als Autor


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