Mobilität als Bestimmung

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 09/05 vom 02.03.2005

FILM Vom Wunsch nach Freizügigkeit und dem Blick ins Freie: Das Filmmuseum widmet dem japanischen Regisseur Hiroshi Shimizu eine Retrospektive. 

Warum nur gelingt es den großen japanischen Regisseuren mit solch heroischer Zuverlässigkeit, eine tiefe Resonanz zwischen Schauplätzen und sozialen oder emotionalen Verhältnissen herzustellen? Liegt es an der Architektur, dem Wechselspiel von Transparenz und Verschwiegenheit? An der Allgegenwart von Rahmen innerhalb des Bildkaders, welche die Figuren isolieren, und der gleichzeitigen Offenheit der Türen und Flure, welche Hoffnung wecken auf Gemeinschaft?

  Hiroshi Shimizus Gespür für Rauminszenierung steht dem seines Freundes Yasujiro Ozu an Präzision kaum nach. Aber er hat vergleichsweise wenig Geduld mit der Kontemplation und Versunkenheit der Figuren. Ihn treibt der Wunsch nach Freizügigkeit um, die Lust, Innenräume zu durchmessen und den Blick zu öffnen auf die Landschaften draußen. Seine Leidenschaft für raumgreifende Kamerafahrten


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