Heldentum im Alltag

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 09/05 vom 02.03.2005

FILM "Moolaadé" von Ousmane Sembène: ein wunderbares Kinostück aus pulsierenden Farben und glasklarem Licht - und ein Film für ganz Afrika. 

Was ein Strick alles bewirken kann. Collé spannt in Knöchelhöhe einen Strick quer über die Schwelle zu ihrem Hof. Er verkündet moolaadé, das heißt traditionelles Schutzrecht. Wer dagegen verstößt, bezahlt mit dem Leben. Der ganze Film ist rund um diese symbolische Grenze angelegt. Ob Mann, Frau oder Kleinkind, jeder zögert, bevor er sie übertritt; sogar Zicklein und Hühner scheuen kurz davor zurück.

  "Moolaadé", sagt Ousmane Sembène, der achtzigjährige Grandseigneur des afrikanischen Kinos über seinen neuen Film, sei der zweite Teil einer Trilogie über ganz alltägliches Heldentum: "Man weiß, dass Afrika heute von Kriegen heimgesucht wird, vor allem südlich der Sahara. Und wir leben da; das Leben geht schließlich weiter, mit unseren täglichen Verrichtungen, auf die die Masse gerne vergisst. Sie sind den Leuten nicht präsent.


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